Oberstdorfer Viehscheid
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Hirte und Kranzrind
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Kühe soweit das Auge reicht
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Auf geht's zum Oberstdorfer Viehscheid 2014!

von Susanne Reisigl am 04.09.2014

Am 13. September ist es endlich wieder so weit und das Vieh kommt vom Sommer auf der Alp wieder ins Tal zu Ihren Bauern hinunter. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über den höchsten Feiertag für die Oberstdorfer - den Viehscheid.

Was passiert vor dem Viehscheid?

Wann die Kühe genau auf die Alpe, oder wie der Einheimische aus Oberstdorf sagen würde ,, in d´Bearg " hinauf getrieben werden hängt zum einen von der Alpe und von der Wetterlage ab.
So ist es in Oberstdorf üblich, dass auf den höchst gelegen Alpen, wie z.B. der Rappenalpe noch Schnee liegt und dies, das Risiko, dass der Kuh etwas zustoßen könnte deutlich erhöhen würde.
Spätestens jedoch werden die Kühe im Juni auf ihre jeweilige Alpe getrieben.
Doch moment mal Kühe? Es heißt doch Viehscheid!

Warum Viehscheid und nicht ,, Kuhscheid "?

Was die wenigsten Leute wissen, ist, dass nur das Vieh auf den Alpen ist. Der Unterschied besteht darin, dass das Vieh keine Milchkühe sind.
Das Vieh gibt also keine Milch. Durch den Sommer auf der Alp und das saftige Gras ist ihr Fleisch jedoch am begehrtesten.
Die meisten Hirten haben trotzdem mindestens eine Milchkuh ,, im Bearg " um sich selber mit Milch z.B. zum Kochen zu versorgen. Es gibt natürlich auch Alpen, die nur Milchkühe zur Produktion von Käse halten, dabei spricht man von einer Senn-Alpe. Die Berge, in denen nur Jungvieh gehalten wird werden Galt Alpen genannt.

Ablauf des Viehscheids

In Oberstdorf findet der am längsten bestehende Viehscheid statt. Dabei kommt das Jungvieh von der Alpe zurück und wird im Tal seinem Bauern wieder übergeben. Der Hirte der jeweiligen Alpe kennt sein Vieh genau und so wird das Vieh mit Aufruf des Hirten im Tal geschieden bzw. getrennt. Daher auch der begriff Viehscheid.

Am 21. September findet dann der traditionelle Matthäustag statt, an dem die Milchkühe von der Alpe wieder ins Tal hinunter kommen.

Die Bedeutung der Kranzkuh

Wenn eine Alpe hinunter zum Scheidplatz kommt, läuft ganz vorne meist eine bunt geschmücktes ,, Stück Vieh ". Das ist die Kranzkuh. Sie ist die Schönheitskönigin unter dem Vieh und steht für einen unfallfreien Sommer.
Das Vieh ist im Sommer oft an ausgesetzten Stellen oder Graden, was oft gefährlich werden kann. So kann es in einem Sommer vorkommen, dass ein Stück leider abstürzt.
Ist dies nicht der Fall, so zeigt man es durch die Kranzkuh. Alle Oberstdorfer hoffen demnach, dass es bei allen Alpen eine Kranzkuh gibt.

Was ist sonst noch beim Viehscheid geboten

Der Viehscheid ist bei den Oberstdorfern eigentlich der höchste Feiertag im Jahr. Viele Handwerksbetriebe haben an diesem Tag geschlossen und verbringen den ganzen Tag am Scheidplatz.
Es ist ein großes Festzelt aufgestellt und mit zünftiger Musik, Maß und einer guten, heimischen Scheidwurst lässt es sich ja auch aushalten. Wenn das Wetter schön ist, kann man draußen auf einer Bierbank dem Geschehen zuschauen.

Weitere Viehscheid Termine

OrtDatum
Oberstdorf13.09.2014
Schöllang12.09.2014
Hindelang11.09.2014
Oberstaufen12.09.2014
Balderschwang12.09.2014
Nesselwang16.09.2014
Gunzesried17.09.2014
Riezlern19.09.2014
Bolsterlang19.09.2014
Obermaiselstein20.09.2014
Immenstadt20.09.2014
Oy-Mittelberg/Haslach20.09.2014
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